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27. 03.2005

So, jetzt weiß ich, warum alles so komisch war bei uns. Frauchen hat alle unsere Sachen - meine auch - wo anders hin gebracht. Alles musste eingepackt werden. Es kam immer Besuch, der Frauchen geholfen hat.

Und dann eines Tages kamen Männer mit einem Auto. Die haben alles, alles in das Auto geräumt. Meine Sachen auch. Frauchen hat mit mir nur gesessen und aufgepasst und mich an der Leine gehalten. Und dann sind wir alle zusammen weg gefahren. Ich hab zwischen Frauchens Beinen gesessen. Bei einem ganz großen Haus sind alle ausgestiegen und haben wieder alle Sachen aus dem Auto geholt. Ich musste gaaanz lange - bestimmt wieder mal 100 Stunden - in dem Auto bleiben und hab geschlafen. Frauchen ist irgendwann mal mit mir Pipi machen gegangen, dann musste ich wieder ins Auto und hab weiter geschlafen. Ich war ganz brav.

Am Abend dann, als es schon fast dunkel war, durfte ich mit Frauchen in das neue Haus gehen. Ganz viele Treppen rauf und dann in eine ganz kleine Wohnung. Da war meine Hundekiste. Aber das Bett war nicht da. Das große schöne Bett. Aber Frauchens Bettzeug lag da auf dem Fußboden.

Aber da waren noch so viele Leute, die kamen und gaben frauchen was, und gingen wieder und die Männer von dem Auto waren noch da und ich musste bellen und bellen und Frauchen wurde ganz böse von meinem bellen. Dann waren endlich alle weg. “Und? Frauchen? Wann gehen wir nach hause?” hab ich sie gefragt. Aber sie hat sich mit mir auf ihre Bettdecken gesetzt und mich gekrault und gesagt “wir sind jetzt hier zuhause.”

Ja und seit dem schlafen wir immer dort und ich krieg dort immer zu essen und Frauchen ist immer da. Das war alles am 5.3.05.

Seit dem sind wir schon ein paar Mal zum alten Zuhause gegangen, und ich dachte zuerst “ach Gott sei dank, wir sind wieder hier” aber dort ist es nicht mehr schön. Dort ist alles leer und schlechte Luft und kein Spielzeug mehr. Aber auf der Hundewiese war es immer noch schön und beim Batzibaum haben wir neue Blumen hingelegt und ich hab drüber gepinkelt, weil der Batzibaum uns gehört.

Die neue Hundewiese hat auch einen Bach. Dort ist es sehr matschig bei Regenwetter und Frauchen hat oft geschimpft und geflucht, wenn wir nach hause gekommen sind. Eigentlich hätte ich immer in die Wanne gemusst. Aber das Weiße ist immer noch an ihrem Arm und sie kann mich nicht in die Wanne stellen. Da musste sie mich dann so gut es ging mit einem Tuch sauber machen. Wir hatten viel Schmutz zuhause, in der Zeit.

Die Hunde dort sind sooo viele, dass wir gar nicht damit nachkommen zu behalten, welcher denn nun “echt” ist und welcher nicht. Aber bis jetzt ging es eigentlich immer gut. Außer einer nächtlichen Begegnung mit was großem huskyähnlichen - ohne Leine und ohne Mensch - ging alles ganz gut. Und nachdem sich der Mensch dann endlich mal bewegte, waren wir auch den Husky bald los.

Irgendwann wurde dann das Weiße an Frauchens Arm kürzer gemacht und jetzt kann sie schon wieder besser arbeiten und ist nicht mehr sooo sehr zickig.

Aber im Haus hab ich mir Ärger eingehandelt. Bei Erziehung hat Frauchen geschrieben, wie ich die Leute angebellt und erschreckt habe. Nun muss ich für den Weg durch das Haus einen Maulkorb anziehen. Der ist ganz eng, das finde ich gemein. Ich trau mich kaum noch, den Mund aufzumachen, und wenn es mich überkommt, ist es gar nicht laut genug. Frauchen hat ein schlechtes Gewissen dabei, das spür ich. Aber sie tut es trotzdem. Inzwischen hab ich mich aber ein bisschen dran gewöhnt und weiß, dass es sich nicht lohnt, das Ding ab zu machen. Es geht nicht ab. Aber seit dem ich nicht mehr so laut bellen kann, fährt Frauchen mit mir im Aufzug und ich muss nicht mehr die vielen, vielen Treppen rauf und runter laufen.

Inzwischen haben wir uns an die neue Umgebung aber gewöhnt und wir werden ruhiger. Frauchen auch. Früher hatte Frauchen ja immer vor irgendwas Angst. Jetzt hat sie keine mehr, das merke ich. Sie lacht wieder mit mir und sie hat wieder Zeit mich zu knuddeln. Und sie sagt mir wieder, dass sie mich ganz doll lieb hat, und dass ich bei ihr bleiben kann. Dann wird jetzt alles wieder gut. Ganz bestimmt.

Gestern waren wir am Bach und haben mit einem Stock gespielt. Frauchen hat ihn rein geschmissen und ich musste ihn rausholen. Das hat Spaß gemacht. Einmal war ich aber plötzlich mit dem ganzen Gesicht unter Wasser, weil ich ausgerutscht bin. Da hab ich mich erschreckt und hab lange gebellt. Danach wollte ich den Stock vergraben und hab das ganze Bachufer umgepflügt. Aber ich konnte den Stock nicht unter den Sand bekommen. Irgendwas hab ich nicht richtig gemacht. Als wir zuhause waren, hat Frauchen mich in die Wanne gestellt und mich warm geduscht. Ich war voller Sand. Danach hab ich geschlafen, wie ein toter Hund. Das war ein schöner Vormittag

 

28.03.2005

Ostermontag. An Ostern waren wir nicht viel draußen. Da ist uns einfach zuviel los hier. Wir haben geschlafen und Frauchen hat den Computer aufgeräumt und ich war immer dicht bei ihr.

Ich vermisse das große schöne Bett. Bei Frauchen im Bett ist es immer so schön kuschelig. Aber auf der Matte, die wir jetzt haben ist es viel enger, die ist viel kleiner. Trotzdem schlafen wir dort zusammen. Aber ich werde halt öfter mal geschubst, dann lege ich mich davor.

 

29.03.2005

Heute sind wir Bus gefahren. Frauchen und ich. Sie hat gedacht, ich kann das nicht. Ha, da hat sie sich aber vertan. Ich hab das gemacht wie immer. Wie früher. Einsteigen, warten bis bezahlt ist und dann einen Platz suchen und hinlegen. Ich hab niemanden angebellt, alle Leute waren mir egal. Ich war ganz cool. Und Frauchen hat sich ganz doll gefreut. Weil wir jetzt schon mal irgendwo hin fahren können.

 

30.03.2005

Ach ist das wieder schön bei uns. Frauchen klimpert wieder am Computer und ich kann liegen und schlafen. Ich kann sie in unserer kleinen Wohnung überall sehen, wenn sie aufsteht und irgendwo hingeht. Und dann bleib ich einfach liegen und schlaf weiter. Nur wenn sie zur Wohnungstür geht, muss ich gucken.

Aber heute nachmittag kamen Leute. 2 Stück. Männer. Frauchen hat mir den Maulkorb angezogen und mich auf den Balkon geschickt. Da hab ich gesehen, wie einer von den Männern an der Heizung rumgeguckt hat. Im Wohnzimmer. Im Schlafzimmer war der auch an der Heizung. Sonst hab ich nix mitgekriegt. Aber gebellt hab ich, dass die beiden wieder verschwinden. Einer war der Hausmeister. Der sagt immer, er will mich in die Biotonne schmeißen. Und Frauchen hat gesagt, sie würde ihm dabei helfen, wenn ich nicht aufhöre, jeden anzubellen im Haus. Dann haben beide gelacht. Ja, Frauchen lacht jetzt wieder öfter mal. Das war ihr ganz doll vergangen, aber jetzt ist wieder gut.

 

31.03.2005

Frauchen hat mich alleine gelassen. Und als sie zurückkam - war immer noch das Weiße an ihrem Arm. Oder? Nein, das war anders. Nicht mehr hart. Nur noch was weiches weißes. sie kann mich wieder mit beiden händen streicheln. Aber sie muss noch ganz vorsichtig sein.

Sie hat gleich viel gearbeitet. “Ich muss eine Billans machen” sagte sie und hat am Computer gearbeitet. Den ganzen Tag. Laaangweilig.

 

01.04.2005

Frauchen hat wieder die Billans gemacht. Wieder gaanz langweilig. außer am Bach, da ist es immer toll. Am Abend tat ihr die ganze Hand weh vom tippen. Selbst Schuld, Frauchen. Warum machst du gleich so viel mit der kranken Hand. Schau, die ist ganz dick. Morgen lass ich dich nicht an den Computer. Da gehn wir NUR an den Bach. OK?

 

02.04.2005

Heute nachmittag hab ich am Bach Tequila getroffen. Er ist 8 Monate alt und sieht aus wie ein Mischling aus schwarzem Labbi und einem Dobi oder sonst was schlankem schnellen. Er ist ein schöner Hund. Viel größer als ich. aber wir haben uns sofort vertragen und im Bach gespielt. Wir sind auch hinter Tequilas Ball hergerannt. Meistens war ich schneller und hab den Ball zurück gebracht. Unsere Frauchen haben gestaunt, wie flink ich noch bin. Vielleicht hab ich jetzt einen Spielkumpel. Unsere Frauchen wollen sich öfter treffen.

Danach hab ich ein kleines bisschen gehumpelt. Habs wohl was übertrieben. Und zuhause hab ich geschlafen wie ein Murmeltier.

 

03.04.2005

Morgens um 5 Uhr hab ich Frauchen erschreckt. Wir haben zusammen im Bett gelegen. Frauchen hatte die Hand auf mir drauf und hat mein Herz und meinen Atem gespürt. Auf einmal hat aber beides aufgehört. Zuerst hat sie gedacht ich hätte nur eine Atempause, aber das hat zu lange gedauert. Frauchen hat mich geschüttelt und ich hab nicht reagiert. Dann hat sie Angst bekommen und 2 Mal feste auf mich drauf gedrückt. Sie sagt, als sie meinen Kopf in die Hand genommen hätte danach, wär der ganz schlapp gewesen. Und dann hätte ich sie plötzlich wieder angeguckt und wieder geatmet und alles war wieder in Ordnung.

Joo, was das nu war, wissen wir alle beide nicht. Wir hoffen nur, dass das nicht mehr vorkommt und sind froh, dass Frauchen grad wach war, als das passierte und auf mich drücken konnte.

 

04.04.2005

Heute waren wir ganz alleine am Bach. Dort hatte jemand eine Art Sandburg gebaut. Die roch so irrsinnig gut. Ich hab nichts anderes getan, als an dieser Burg geschnüffelt und gescharrt. Aber ich bin nicht dahinter gekommen, wer da vor mir war. Soo ein toller Duft. Und Frauchen hat Bilder gemacht. Und niemand hat uns gestört.

 

05.04.2005

 

Ach, ich hab vergessen, euch zu erzählen, dass auf der Hundewiese am Bach jetzt Schafe sind. Die sollen da wohl mähen. Sie sind eingezäunt mit einem elektrischen Zaun, und ich hab da dran gepinkelt. Jooo ..... Mach ich nicht mehr.

Frauchen hat mir heute Hundekuchen gebacken. Die ersten nachdem der Gips ab ist. hhhmmm, sind die lecker. Mit Leber und frischer Knoblauchrauke. Ich hab ganz oft gebettelt und auch ein paar bekommen. Morgen wollen wir noch mehr backen und dann bring ich meinem Freund Tequila welche zum probieren.

Heute hatten wir wieder eine Uhrzeit, wo wir ganz alleine auf der Wiese waren. Und ich durfte die ganze Zeit einfach nur rumschnüffeln und im Bachufer graben und Frauchen hat Vögel fotografiert und mich und Bäume. Jooo, langsam kommt ein bisschen Ruhe in unser Leben. Das können wir auch mal gut brauchen.

 

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Banjo

Banjoko - Bleib bei mir, wandere nicht mehr !
Aus der Sprache der Yoruba (Nigeria, Benin).