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07.01.2005

Ich habe den ersten Sieg errungen!

Gestern Abend hat sie sich ins Bett gelegt, und mir wieder meine Schlafstelle gezeigt. Ich sollte dort Platz machen. Ich fand das nicht so gut und hab gegrübelt, wie ich es ihr beibringen soll, dass ich das Bett besser finde. Wie sagt man so was einem Menschen, dass er das auch versteht. Hab ich mich erst mal neben das Bett gesetzt und überlegt. “OK,” sagte sie, “dann bleib noch was da sitzen. Ich will schlafen.” Und dann machte sie das Licht aus. Da bin ich ganz schnell auf die andere Seite des Bettes gelaufen und - Hops - lag ich hinter ihrem Rücken und hab mich zusammengekringelt.

Sie macht das Licht an und guckt, mit Falten auf der Stirn. “Nee, da aber nicht,” sagt sie, und versucht, mich aus dem Bett zu schubsen. Da hab ich mich ganz steif gemacht und leise gegrummelt. Nicht böse, wirklich nicht, nur ganz leise. Aber sie hat völlig überreagiert, meines Erachtens. Sie zeigte auf den Boden und sagte leise, aber sehr energisch “Raus hier!” - “Schon gut, schon gut,” sagte ich und sprang schnell raus. “War ja nicht so gemeint.” Und hab mich artig vors Bett gesetzt. Denn dort war KEIN Schlafplatz. DA wollte ich nicht liegen.

Sie legte sich anders hin und fummelte mit der Decke. Dann guckte sie mich an, klopfte auf das Bett und sagte: “Wenn schon, dann hier.”  Da bin ich ganz schnell aufs Bett und über sie drüber gesprungen und hab mich dort hingelegt und wieder ganz klein gemacht.  Bevor sie es sich andes überlegt.

Dann haben wir geschlafen. Und am morgen wieder gekuschelt und geschmust. Ach tut das guuut.

 

07.01.2005

Heute gabs kein “kleines Pipi”.

Sie ist leise aus dem Bett gekrochen und hat sich angezogen. Aber ich habs gehört und bin um sie rumgelaufen. Sie hat mich aber nicht beachtet und hat einfach ihren Kaffee gekocht. Und dann Zeitung gelesen und den Kaffee getrunken. Sie hatte die Ruhe weg, heute morgen. “Na gut,” dachte ich, “man kann nicht alles haben.”  Bett und am Morgen sofort raus - das ist vielleicht zuviel. Aber Bett ist besser.

Dann sind wir sofort raus gegangen auf die Wiese. Wieder mit der ganz langen Leine. Sie hat wieder “komm hier” und “schau” mit mir gespielt. Beim Batzibaum haben wir wieder Ball gespielt. Wir haben Leute und Hunde getroffen. Die Leute waren alle nett und alle haben sich gefreut, dass die Frau jetzt mich hat. Die Hunde waren auch alle nett. Bis auf Higgins.

Higgins ist ein Golden-Retriever-Rüde. Der hat mich einfach so angepöbelt und ich musste mich wehren. Dabei hab ich mich in meiner Leine verheddert. Und den Higgins auch. Davon wurde es natürlich nicht besser. Aber die Frau . . . äähh . . . Frauchen . . . also sie hat mich gerufen. Und als ich wieder die Beine frei hatte, bin ich sofort zu ihr gegangen und hab ein Lecker bekommen. Es ist nichts passiert, aber es war laut. Und der eingebildete Fatzke soll mich bloß nicht noch mal anmachen.

Mein Kacka wird langsam wieder fest. Das erste war richtig gut, aber das zweite und dritte war wieder ganz dünn. Die Frau . . . äähem . . . Frauchen . . . also, sie sagt, das erste Kacka alleine wär eigentlich genug gewesen. Sie wundert sich, dass ich so oft muss. Aber sie gibt mir ja auch so komische Sachen, die ich nicht kenne und die mir nicht alle schmecken. Selbst schuld.

 

07.01.2005

Danach sind wir wieder in die Wohnung . . . öööhmm . . . also, nach Hause gegangen. Dort hat sie mich wieder gebürstet und alles was ziept abgeschnitten. Jetzt ziept nichts mehr. Jetzt ist bürsten schön und tut gut.

Dann hab ich zum Frühstück den Rest von gestern abend bekommen. Das fand ich nun nicht so originell. Aber ich hab gestern sooo viel zu fressen bekommen, dass ich eigentlich heute morgen gar keinen Hunger hatte.

Ja und nun sitzt sie wieder am Computer und ich bin abgemeldet und lieg rum und schlafe. Aber es ist schön hier. Ganz ruhig. Und wenn ich die Augen auf mache, kann ich sie sehen. Mein Frauchen. Ich glaube die Leute in meinem Gästebuch haben Recht. Ich hab wieder ein Frauchen. Ich glaube, ich darf hier bleiben. Ich kann ganz ruhig schlafen.

 

08.01.2005

Gestern abend hab ich versucht rauszufinden, was sie mir im Bett noch alles erlaubt. Aber es war nichts mehr zu machen. Auf den Kissen durfte ich nicht liegen, und auf der anderen Bettseite auch nicht. Und auf der Zudecke auch nicht. Nur da, wo sie mir jetzt ein gelbes Tuch hingelegt hat. Da darf ich liegen. Na gut. Besser als auf dem Boden.

Heute haben wir auch sofort einen gaaaanz langen Spaziergang gemacht. Frauchen hat was merkwürdiges gemacht vorher. Draußen, am Hundeklo um die Ecke hab ich gleich alle meine Geschäfte erledigt. Und da hockt sie sich hin und macht Kacka von mir in ein Glas Soooo was! “Das bringen wir jetzt der Frau Doktor,” hat sie dann gesagt. Und dann haben wir den gaaaanz langen Spaziergang gemacht.

Es ging fast nur durch Wald. Aber der Weg war schlecht. Soooo viel Matsch. Naja, ich hab Wege drum herum gefunden. Durch einen Bach musste ich auch laufen. Und es ging rauf und runter. Hunde haben wir auch getroffen. Hündinnen finde ich sehr nett. Wirklich, die treff ich gerne. Dann gibt es Rüden, die merkwürdig riechen. Irgendwie nicht echt rüdig. Die sind mir egal. Wenn sie meinen, sie müssten mich begrüßen - OK. Aber ich kann mit denen nix anfangen.

Aber die richtigen Rüden, also die so sind wie ich, also da weiß ich auch nicht was ich tun soll. Vorsichtshalber mach ich mal gaaaanz viel Lärm und spring wild rum, dass sie mich für gefährlich halten. Zwischendurch schau ich auch Frauchen an und frag sie “ist das richtig so, was ich hier mache?” Sie sagt, es sei nicht richtig. Aber ich weiß nicht, was ich sonst tun soll. Ich kenn die doch nicht. Da muss mir noch was einfallen. Vielleicht hilft Frauchen mir dabei.

Dann hat Frauchen das Kacka bei einem Haus in einen Blumentopf gestellt und wir sind wieder zurück gegangen. Frauchen war kaputt, als wir Zuhause waren. Ich hätte gerne sofort noch ein bisschen mit ihr gespielt, aber sie mochte nicht mehr.

Danach war wieder Ruhe und Schlafen angesagt. Ein kleines Pipi noch am Nachmittag. Da hat sie mir Leckers in die Luft geschmissen und ich hab sie gefangen. Das war auch toll. Und sie hat versucht mir wegzulaufen, aber das gelingt ihr nicht. Sie ist nicht gut im Laufen. Viel zu langsam.

Sie hat mir wieder was fieses zu Fressen hingestellt. Kartoffeln mit gebratenem Fleisch und Salaaat. Iiiiiiih. Ich will keinen Salaaaat!! Dabei hab ich doch so großen Hunger. Aber Salaaaat kann ich einfach nicht fressen. Auch wenn’s nur ganz wenig ist. Ich hab ein bisschen Fleisch rausgepickt, aber der Rest steht noch da. Bin gespannt ob es hier auch mal irgendwann diese leckeren kleinen Bröckchen gibt, die ich bisher immer hatte. Sieht aber bis jetzt nicht so aus.

 

09.01.2005

Wir hatten Besuch.

Ja. In der Nacht hab ich es hingekriegt, übrigens. Als Frauchen schlief, hab ich mich aufs Kopfkissen gelegt. Und auch mal mit dem Kopf auf ihre Beine. Jo-hoo. Das versuch ich jetzt öfters, da kann sie nix machen, denn das merkt sie ja nicht.

Am Vormittag waren wir auf der Wiese und im Wald. Da war nix Besonderes. Einfach nur so spazierengehen. Ich brauchte nix zu tun. Nur schnuffeln.

Und am Nachmittag kam dann der Besuch. Lissy mit ihren Menschen Petra und Ulrich. Lissy und ich haben uns draußen kurz “Guten Tag” gesagt. Dann waren wir uns aber schon egal. Ich wußte nicht was ich mit ihr anfangen sollte. Drinnen haben die Menschen erzählt und erzählt. Vor allem Ulrich hat gaaanz viel erzählt. Und dabei hat er mich gestreichelt. Das fand ich obercool. Ich konnte davon gar nicht genug bekommen.

Die Menschen haben dann Kuchen gegessen. Das riecht immer sehr lecker und dann weiß ich schon, dass ich da nix von abkrieg. Keine Chance. So was essen die alles immer alleine. Und Kaffee wird getrunken und wieder erzählt und erzählt. Die Menschen kommen vor lauter erzählen gar nicht zum essen.

Danach sind wir aber noch spazieren gegangen. Ich musste mich mehrmals furchtbar aufregen, weil ein Rüde kam. An zweien mussten wir auch dicht vorbei. Da hat Frauchen versucht mir zu sagen, dass ihre Leckerchen ganz toll wären, aber es hat mich nicht so richtig interessiert. Sie sind zwar gut, aber die Rüden warn aufregender.

Beim Dritten ist Frauchen mit mir vom Weg runter in die Wiese gegangen, da hab ich mich viel wohler gefühlt. Wenn die Kerle vorbei sind, geht es mir wieder gut.

Zurück Zuhause ist Lissy ja fast ausgerastet, weil ihr Herrchen noch immer da war. Der war nämlich nicht mit. Sie hat sich angestellt, als würde der verschwinden, wenn sie nich bei ihm ist, und war sooo glücklich, dass er noch da war. Sie wollte auch mal mit mir spielen und ist mir um den Hals gefallen, aber das war mir eher peinlich.

Dann haben wir Futter bekommen. Lissy auch. Und danach hat Frauchen mit Petra das Menschenfutter gemacht. Was natürlich wieder viel besser gerochen hat, als unseres. Ganz zum Schluss durfte ich auch mal ein kleines Stück probieren. Es war sehr gut, aber schon alles aufgegessen.

Und dann ist der Besuch wieder gefahren und ich war mit Frauchen wieder alleine. Da hab ich mich aber vielleicht gefreut, sag ich euch. Endlich spielt Frauchen mit mir, dachte ich. Aber nein, sie fängt an alles rumzutragen und alles nass zu machen, und wieder trocken zu wischen. Und dann sitzt sie wieder am Computer und klimpert und ich war abgemeldet. Schlaf ich halt.

 

10.01.2005

Heute morgen sind wir wieder den gaaanz langen Spaziergang gegangen. Den gleichen wie 2 Tage vorher. Aber heute sind wir am Ziel in dieses Haus reingegangen. Frauchen hat sich gesetzt. Ich hab zwei Hunde begrüßt und dann mussten wir warten. Worauf weiß ich nicht. Da ging die Tür auf und ein “Echter” kam rein. Noch ganz jung, aber groß und “echt”. Ich hab mich irgendwie nicht getraut, in diesem Zimmer Lärm zu machen und war ganz ruhig, und hab getan als sei nix, ihn kurz beschnuffelt und dann war auch nix. Der hat sich hingelegt und alles war paletti. Naja, Frauchen hat es dann gesehen. Das Pipi, dass mir entwischt war. Sie hat es weg gemacht, und gut wars.

Dann mussten wir in ein anderes Zimmer gehen, wo viele Frauen waren. Alle guckten mich an. Ich hörte “Bandwurm” und “Kokzidien” und “alles auf einmal geben” und “3 mal täglich Eine”. Und dann kriegte ich Lecker und dann durfte ich mit Frauchen wieder raus gehen. Oh Hundegott war ich da froh, als ich wieder draußen war. Den “Echten” hab ich von der Tür aus noch mal angeschrieen, und dann waren wir weg. Wieder der lange Weg nach Hause.

Frauchen war wieder kaputt, ich nicht. Hoffentlich hält dieses Frauchen lange genug. Sie ist nicht sehr rüstig, scheint mir.

Seit dem passiert wieder nichts Aufregendes mehr. Ich kann sie nicht ermuntern mit mir zu spielen. Wenn ich belle, ist sie komplett beleidigt, dann guckt sie mich gar nicht mehr an. Zwischendurch hat sie mal 5 Minuten mir mir gerauft. Das war schön. Ich knurre dann ganz wild und kaue auf dem Gummi-Igel rum. Aber dieses Frauchen ist viel zu schnell müde. Mir bleibt nichts übrig als zu schlafen.

Aber heute gabs leckeres Abendessen. Viel Fleisch. Gebratenes Rindfleisch und ein ganz kleines bisschen Gemüse. Es war grün, aber kein Salat. Fänschel oder so ähnlich. Das hätte auch draußen bleiben können, das Fänschel, aber es hat mir den Fleischgeschmack nicht völlig verdorben. Ich habs gefressen.

Jetzt passiert nichts mehr, bis wir ins Bett gehen. Da macht Frauchen aber immer ein Spiel mit mir. Sie wirft Käsestücke in die Luft und ich muss sie fangen. Das ist ein lustige Spiel. Und danach gehn wir immer ins Bett. Ich liege gerne ganz dicht bei Frauchen.

 

11.01.2005

“Lauf!”

sagte Frauchen heute morgen auf der Hundewiese. Und dann warf sie die lange Leine auf den Boden und hat sie nicht festgehalten. Die Leine war noch an mir dran, aber ich durfte laufen, wohin ich wollte. Ich wollte nicht weit von ihr weg. So sind wir zum Batzibaum gegangen.

Dort hat sie dann etwas komisches mit mir gemacht. Sie hat sich auf den Baumstumpf gesetzt. Ich sollte vor ihr sitzen und dann hat sie “Heey” gesagt und ich hab ein Leckerchen bekommen. Als ich es gekaut und runtergeschluckt hatte, hat sie wieder “Heey” gesagt und ich hab ein Leckerchen bekommen. Und so ging das eine ganze Weile. Dann sind wir auf die Wiese gegangen und ich konnte dort schnuffeln. Und auch dann hat Frauchen immer wieder “Heey” zwischendurch gesagt. Ich hab sie natürlich angeguckt, weil doch “Heey” heißt, ich krieg ein Lecker. Manchmal war ich aber dann zu weit weg. Dann hat sie mich zu sich gerufen und ich hab wirklich immer das Lecker bekommen. Jetzt muss ich immer aufpassen, wenn sie “Heey” sagt. Manchmal sind aber die Schnuffelstellen so spannend, dass ich es nicht mitkriege, wenn sie “Heey” sagt. Dann ruft sie laut “Banjo”. Und ich weiß jetzt, das bin ich, sie meint mich damit. Dann winkt sie und ich lauf zu ihr. Sie freut sich dann immer ganz toll, wenn ich zu ihr komme. “So ein braver Banjo” sagt sie dann immer und knuddelt mich ganz fest.

Aber sie ist traurig, dass mir Fleischwurst ziemlich egal ist. Für Fleischwurst lass ich keine Schnuffelstelle im Stich. Ich sollte heute morgen eine Tablette fressen, mit Fleischwurst drum herum. “Nöö, Frauchen, ich mag aber so früh noch keine Fleischwurst,” hab ich gesagt. Käse? “Joo, Käse - joo, machs mir mal in den Käse rein”. Dann hab ich die Tablette gefressen. Frauchen kratzte sich am Kopf und sagte: “Was ist denn ein Sooperdooperlecker für dich?”

Heute nachmittag kam Heribert mit seiner Frau und wollte mich anschauen. Da sind wir auch auf die Wiese gegangen und zum Batzibaum und ich durfte auch wieder frei rumlaufen, mit ganz wenig Leine an mir dran. Einmal hat Frauchen mich aber genommen und ist im Wald mit mir seitlich ins dicke Gestrüpp gegangen. Ich wußte gar nicht, warum. Dort hat sie mir gesagt, ich soll mich setzen und hat mir ein Leckerchen gegeben. Dann hab ich mich umgedreht und da sah ich ihn. Einen “Echten”. Oooh, da musste ich aber bellen. Zerren musste ich nicht, nur bellen, bis er vorbei war. Dann sind wir wieder auf den Weg gegangen und ich durfte weiter frei rumlaufen.

Beim Batzibaum kamen auf einmal ganz viele Hunde. Überall waren Hunde. Ganz dicht bei mir raste Ben mit einem Schokolabbi rum. Die rannten so dicht um mich rum, dass ich ganz verdattert geguckt hab. Aber dann rief Gott sei Dank Frauchen “Banjo” und ich bin schnell zu ihr gegangen und bei ihr geblieben. Zugucken ist auch ganz schön. Ich wollte da noch nicht mitrennen. Heriberts Frau hat immer gesagt: “Nu guck doch mal, wie der einfach bei der Evelyn bleibt. Nach einer Woche.” Evelyn ist mein Frauchen. Jaa, das mach ich. Ich finde das gut, dass Frauchen da ist, wenn so viele Leute und Hunde um mich rum sind. Dann bleib ich am liebsten bei ihr. Sie freut sich auch darüber.

Zum Frühstück gab es heute Reis, mit ein bisschen Sahne und einem Ei darin. Das war lecker. Zum Abendessen gab es wieder viel Fleisch mit ein bisschen gequetschter Kartoffel und ein bisschen Gemüsematsche. Es war sehr lecker und ich hab alles aufgefressen. Langsam findet Frauchen raus, was ich mag. Sie macht mir auch Sachen rein, für mein Immusystem. Aber das merke ich nicht.

Jetzt sitzt Frauchen wieder am Computer und klimpert und ich lieg bei ihren Füßen und bin brav. Heute passiert nicht mehr viel. Wir gehen gleich noch einmal zum Briefkasten und dann ins Bett. Und wenn sie dann schläft, such ich mir im Bett wieder die beste Stelle aus und schlaf da.

 

12.01.2005

Ich musste ziemlich früh aufstehen.

Es war noch gar nicht richtig hell, als wir auf die Wiese gegangen sind. Aber ich durfte trotzdem mit schleifender Leine laufen. Es war alles gut und Frauchen hat mich viel gelobt, weil ich gehorcht hab.

Dann zuhause fing sie an rum zu laufen. Und hier was einzupacken und da was einzupacken und da wusste ich, jetzt passiert was. ”Banjo muss hier bleiben,” sagte sie, nahm alles eingepackte, zog die Fußschoner an. “Banjo muss hier bleiben.” Und dann war sie weg. Ganz lange. Bestimmt 200 Stunden. Ich hab geschlafen und war brav. Was soll ich anderes machen. In die Küche und ins Wohnzimmer kann ich dann nicht. Und mein Bett mach ich ja nicht kaputt. So blöd bin ich ja nicht. Dann irgendwann ging die Tür auf, und sie war wieder da. Uiuiui, hab ich sie aber begrüßt. Aber sie hat das gar nicht so registriert, dass ich mich gefreut hab. Hat eine Tasche geschnappt und ist wieder raus gegangen. Dann kam sie mit lauter vielen Sachen wieder und ging wieder raus und kam mit lauter vielen Sachen wieder. Zur Belohnung fürs brav sein, sind wir eine kleine Pipirunde gegangen.

Dann hat sie ein bisschen am Computer geklimpert und am Nachmittag sind wir wieder raus gegangen. “Bevor es dunkel wird und anfängt zu regnen,” sagte sie.

Im Wald fing es an zu regnen. Ich wurde ganz nass und mein Fell ganz kraus. Wir waren auf einem schmalen Waldweg und ich lief ein bisschen voraus. Da kam von vorne ein Hund. Goofi. Frauchen hat mich gerufen, aber ich habe nicht gehorcht. Ich wollte den Hund begrüßen. Ich bin dort hin gelaufen und hab ihm gesagt: “Ich bin bett.” Wir haben uns beschnuffelt. Von vorne. OK. Von hinten .... EIER  da sind EIER dran an dem.... und schon waren wir ein wildes Knäuel. Der andere war größer und stärker als ich, ich lag unten drunter und kam nicht frei und der andere hat meinen Hals gepackt und ich hab mich gewunden unter dem und geschrieen. “Frauchen, helf mir!” Und dann war auf einmal der andere weg und Frauchen war da und hielt mich am Geschirr fest und ich hab gejault ”Der hat mir weh getan” und Frauchen gezeigt, dass meine Pfote weh tat. Aber Frauchen hat nichts gesagt und auch nicht nachgeguckt. Sie hat nur gesagt “Komm jetzt mit” und wir sind noch die paar Meter zum Batzibaum gegangen. Dort hat sie sich hingesetzt und getan, als sei nix. Aber sie hat gegrübelt, das hab ich gesehen. Das konnte ich fast hören, wie sie gegrübelt hat.

Dann kam noch Kamus. Aber den durfte ich nicht begrüßen. Frauchen hat mich festgehalten. Und ich hatte irgendwie auch keine Lust, zu ihm zu gehen. Nach einer Weile sind wir nach Hause gegangen. Ich durfte wieder laufen, wohin ich wollte, aber ich wollte nicht weit weg von Frauchen.

Zuhause hat sie mich abgetrocknet und meine Pfoten abgepuzt. Aber dabei tut mir was weh. Frauchen hat nachgeguckt, aber es ist nichts zu sehen. Ich kann auch normal laufen. Es scheint nichts schlimmes zu sein. Dann hat sie mich noch gebürstet. Jetzt bin ich trocken und sauber und liege im Wohnzimmer und kann schlafen.

 

13.01.2005

Heute war ich nur brav.

Ja. Frauchen hat mich wieder alleine gelassen heute morgen. Wieder seehr lange. Aber ich hab geschlafen. Niemand hat sich bei Frauchen beschwert. Langsam beginne ich, die Ruhe bei ihr zu genießen.

Und das Lecker genieße ich langsam auch. Frauchen macht nicht mehr so viel Salat in mein Fressen. Sie kocht das Gemüse jetzt alles und macht wenig rein. Dann schmeckt mir das gut und ich fress alles auf.

Mein Kacka wird auch immer besser. Die Tabletten scheinen zu wirken. Aber Frauchen findet es immer noch komisch, dass ich bei jedem Spaziergang 1 oder 2 mal Kacka machen muss. Sie sagt, das wär zu viel. Aber wir hoffen, dass das wieder normal wird.

Heute haben wir auch gaaanz viel geschmust. Damit ich keine Angst vor ihr haben soll, sagt sie. Ja, manchmal weiß ich nicht, ob ich Angst habe, oder nicht. Aber wenn Frauchen mit mir schmust und spielt hab ich keine. Wenn sie mit mir übt, draußen auf der Wiese, dann schon manchmal. Ich kann ihr nicht sagen, warum das so ist. Sie ist immer lieb zu mir und passt auf mich auf. Ganz komisch it das.

 

14.01.2005

Luca, ein “Echter” und ein ganz Großer.

Luca ist eine Dogge. Und heute morgen stand er plötzlich mit seinem Herrchen im Wald während ich mit Paula auf der Wiese schnüffelt. Frauchen und das Luca-Herrchen haben ganz laut rumgeschrien, weil ich so laut gebellt habe. Dann sind wir zusammen spazieren gegangen.

Luca über den Pfad und Frauchen und ich in der Wiese daneben. Zu Beginn  hab ich mich furchtbar aufgeregt. Frauchen hatte die Leine in der Hand. Aber ich hab nicht dran gezerrt. Zwischen mir und Luca war nur 5 Meter Platz. Luca hat nichts gesagt. Da war mir das nach einer Weile zu blöd noch so rumzuschreien. Hab ich halt geschnüffelt. Ab und zu mal nach Frauchen geguckt und ab und zu mal nach Luca. So sind wir dann weitergegangen. Frauchen wollte ein paar Mal, dass ich zu ihr komme, aber das hab ich nicht richtig mitbekommen und hab weiter geschnuffelt. Dann hat Frauchen “Tschöö” gerufen und wir sind wieder zurück gegangen zum Wald.

Frauchen war stolz auf mich.

Heute nachmittag musste Frauchen in den Keller ... äää ...und die Küchentür war offen ... jooo ... und da stand die Pfanne mit dem Fleisch für mein Abendessen auf dem Herd ... jooo ... das roch gut ... und das schmeckte auch gut ... jooo ... ... ääähh ... Hallo, Frauchen! ...  ... äääähm ... da bist du ja schon wieder ... äähm ... das ging aber schnell, Frauchen ... “Du Dieb, du! Du hast die Pfanne ausgeschleckt.” ... ääähm ... Frauchen ... es war doch so wie so für mich ... und ich hatte halt jetzt grad Hunger ... jooo. “Das war doch dein Abendessen. Jetzt muss ich dir was neues kochen. Du alter Klaudieb, du.” Ach Frauchen, das war aber total lecker, wirklich, das hat sooo was von gut geschmeckt. Du kannst mir ruhig das selbe noch mal machen für heute Abend. Wirklich Frauchen. Sie war nicht böse. 

 

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Mein Gästebuch. Komm pieseln.

Banjo

Banjoko - Bleib bei mir, wandere nicht mehr !
Aus der Sprache der Yoruba (Nigeria, Benin).