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02.09.05 |
Frauchen hat einen total gesunden Hund. Hat Frau Doktor gesagt. Alle Organe sind gesund und das Blut auch. Ich bin ein ganz toller, alter Hund. Nur das von den Pickeln, das war noch nicht da.
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07.09.05 |
Lieber Hundegott! Vergiss deinen alten Freund Banjoko nicht. Bitte, bitte. Ich habe solche Angst. Und es tut so weh. Hast du gesehen, wie ich gefallen bin und die Hinterbeine nicht mehr bewegen konnte? Du siehst doch alles, sagt man. Hast du gesehen wie schlimm das war? Ich habe solche Angst, dass ich nie wieder laufen kann. Ich wollte doch bloß den Tennisball schnappen, Hundegott, das muss doch nicht bestraft werden, oder? Nein, das bestrafst du sicher nicht. Aber warum bin ich dann so gefallen? Frauchen hat furchtbare Angst, wenn sie mich anschaut. Sie hat Freunde angerufen, weil sie nicht wußte, was sie mit mir machen sollte. Es war ja schon mitten in der Nacht. Aber dann konnte ich doch plötzlich wieder aufstehen und ins Badezimmer gehen. Da ist es dunkel, da fühle ich mich am sichersten. Als Frauchen das sah, war sie etwas erleichtert und sagte “dann fahren wir nicht zu einem fremden Doktor, dann warten wir und gehen morgen zu unserer, die uns kennt”. Und dann ist sie mit mir raus gegangen. Sie sagte ich soll gehen. Schön locker gehen. Das wär besser als zusammengerollt auf dem Boden zu liegen. Sie hatte Recht, es tat danach weniger weh. Dann haben wir versucht zu schlafen, aber es ging nicht so richtig. Lieber Hundegott, denk dran: Ich darf nicht sterben. Mein Frauchen braucht mich, verstehst du? Du weißt, dass dieses Frauchen ein tolles Frauchen ist, sonst hättest du mir nicht gerade sie gegeben. Aber ohne mich ist sie nichts. Du weißt das. Also hilf mir bitte, dass ich wieder gesund werde. Ich will wieder laufen können. Frauchen findet es toll wenn ich renne, sie lacht dann und freut sich mit mir. Lass mich nicht im Stich, Hundegott!
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08.09.05 |
Hallo Hundegott! Ich bin zwar froh, dass ich DIESE Frau Doktor habe, denn sie ist eigentlich recht lieb mit mir, obwohl ich trotzdem Angst habe, wenn ich dort hin muss. Aber sie hat mich nur gepiekst und mir Sachen gespritzt. Hast du gesehen, dass Frauchen mich tragen musste auf dem Weg dort hin und auf dem Weg nach Hause? Aber ich konnte nicht so viel laufen. Es war zu anstrengend. Und hast du gesehen, dass ich am Nachmittag gar nicht alleine aufstehen konnte? Ich hatte so Angst, dass Frauchen mir weh tut. Es hat auch weh getan, aber alleine wäre ich nicht hoch gekommen. Warum hilfst du mir nicht, Hundegott? Und was mit den Pickeln ist, wissen wir jetzt auch: Das sind Bakterien. Da kann ich Antibootika gegen essen. Aber Frauchen sagte “das wird langsam aber sicher von alleine jetzt weniger, mit dieser Rückengeschichte jetzt will ich ihm keine Antibootika geben”. Ja, sie passt gut auf mich auf. Und Frau Doktor war einverstanden.
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09.09.05 |
Alles klar, Hundegott! Tut mir leid, dass ich dachte, du hilfst mir nicht. Erst gestern in der Nacht hab ich gemerkt, dass du doch an der Sache arbeitest. Ich kann wieder alleine aufstehen, ich kann wieder auf 3 Beinen pieseln, ich kann wieder geradeaus ziemlich schnell laufen. Ball spielen würde ich gerne, aber ich darf noch nicht. Treppen steigen darf ich auch nicht, Frauchen trägt mich dann. Kurven laufen kann ich auch noch nicht so richtig. Und mein Rücken ist krumm, weil es sonst weh tut. Aber ich hab Frauchen gesagt, dass du uns hilfst. Ich merke das. Jetzt ist sie froh, dass alles wieder gut wird. Danke Hundegott. Aber hör noch nicht auf, auf mich auzupassen, das wär noch zu früh. Hörst du?
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11.09.05 |
Hallo Hundegott! Danke, dass du immer noch auf mich aufpasst. Obwohl du sicher grad in Nu Orliens viel zu tun hast. Es geht mir viel besser. Nur von der Leine darf ich noch nicht. Frauchen will da nicht mit sich reden lassen. Auch spielen will sie nicht so richtig mit mir. Sie sagt, ich würde zu wild spielen. Und sie macht Übungen mit mir für meine Beine. Ich konnte heute morgen nach dem Pipi und dem Kacka auch schon wieder mit den Hinterbeinen scharren. Naja, es sah noch nicht perfekt aus, aber es ging schon wieder. Gestern noch nicht. Du musst nicht mehr jede Minute nach mir schauen, das kann Frauchen schon ganz gut. Aber ein paar Mal am Tag, wär noch ganz nett. Wenn wir rausgehen, zum Beispiel. Oder wenn ich zuhause ein Leckerchen bekomme und anfange, damit zu toben. Dann brauch ich dich ganz dringend. Weil Frauchen nicht immer mitkriegt, wenn ich mir das Lecker dann irgendwann vornehme. Und ganz wichtig: Wenn das Kalbsbrustbein da ist. Frauchen sagt zwar, sie will dem Kalbsbrustbein verbieten, mich anzuspringen, aber man weiß ja nie was diesem Ding einfällt. Ich verlass mich auf dich, Hundegott. Ich will bald wieder über die Wiese rasen, Hunde anbellen, und niemand soll dann sagen, ich sei krank und schwach und alt.
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15.09.05 |
Wir waren wieder bei Frau Doktor. Sie sagt, es sähe ganz toll aus. Ich muss nicht gerönscht werden. Meine Reflexe in den Füßen waren richtig toll. Aber ich hab noch mal eine Spritze in den Po bekommen. Kortison heißt das Zeug. Dann konnten wir wieder nach Hause gehen. Auf dem Heimweg haben wir dem Hundegott gesagt, wie froh wir sind dass er gerade da war, als es passierte. Dann haben wir noch Tom besucht, weil Frauchen dort erzählen wollte, wie gesund ich wieder bin. Ich hab als erstes mal Tom’s Frühstück aufgefressen. Weil ich ja die kleinen braunen Bröckchen nicht kriege, haben sie mir dort richtig lecker geschmeckt und ich hab den Napf durch die ganze Küche geschoben, beim Ausschlecken. Danach habe ich Tom’s Bälle gesucht und einen unter dem Schrank gerochen. Ja. Ich hab gesagt “da liegt einer drunter” und hab versucht, ihn da raus zu bekommen. Ging aber nicht. Damit ich meine Ruhe habe hat dann Bettina den Schrank abgerückt und den Ball rausgeholt. OK, war kein großer Schrank, aber hoch war er. Und oben stand was drauf. Aber das ist mir doch egal. Hauptsache Tom und ich haben Bälle. Dann sind wir nach Hause gegangen und ich durfte nach all der Zeit auf meiner kleinen Klowiese ohne Leine laufen. Es war niemand sonst da und Frauchen sagt, sie muss wieder Mut sammeln. Ich hab nicht gewackelt und die Füße liefen immer richtig. Nun hat Frauchen mir versprochen, dass wir am Montag wieder zur Hundewiese und zum Bach gehen.
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22.09.05 |
Oh, oh, oh ... ... ich glaub ich muss jetzt verhungern. Frauchen gibt mir nicht mehr das, was ich gewohnt bin. Was ich gewohnt bin - also da hab ich damit begonnen, daran rumzuknöttern und hat es immer öfter stehen gelassen. Aber ich weiß nicht, ob das so klug war. Jetzt gibt es irgendwie weniger. Joooo, das macht mir Sorgen. Abends zum Beispiel. Da hab ich in den letzten Wochen immer das Fleisch aus dem blöden Gemüse rausgepickt und den Rest stehen lassen. Aber jetzt krieg ich nur noch das Fleisch. Joooo, aber nicht dass ihr denkt, ich krieg jetzt mehr Fleisch. Nein. Das macht mir Sorgen. Tagsüber bekomm ich eigentlich genug. Hundekuchen, getrocknete Lunge, oder ähnliches leckeres Zeugs, die ganzen Leckerchen, weil ich ja sonst nix tu. Also da komm ich schon auf meine Kosten. Und wenn ich Hunger hab, geh ich zum Tisch, wo der Kuchenkorb steht und sag Frauchen “Ich will einen!” Dann krieg ich auch meistens einen. Oder ich geh auf den Balkon, wo die gutriechenden Sachen stehen und versuche, die zu klauen. Aber da krieg ich Schimpfe. Jooo. Das mag sie nicht leiden. Nur die Abendportion - also die ist unveschämt klein jetzt. Da bin ich gespannt, ob ich nun nicht vor Hunger sterben muss.
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24.09.05 |
Schon wieder Besuch! Also ob mir das nicht zuviel wird hier? Hundegott! Kannst du mir das nicht ersparen? Dieses Frauchen ist nett und gut zu mir, und ich krieg genug zu essen. Aber dass ständig Besuch mit irgendeinem Hund kommt, das brauch ich nicht, Hundegott. Das ist gut gemeint, aber das brauch ich nicht. Gestern Mittag ging das los. Eine Frau kam mit einer kleinen scharzen Hündin, die Lucy hieß. Sie war nett, ja. Aber sie fraß meine Hundekuchen und trank mein Wasser. Und irgenwie sind diese Hunde immer bei MEINEM Frauchen. Dann geh ich ins Bad oder ins Schlafzimmer oder ich steh neben Frauchen und guck sie an. Gott sei Dank versteht sie mich, wenn ich sie anguck und sie schickt den Hund dann weg. Kurz drauf kam wieder der große Duke. Der war schon öfter hier, der kommt nicht mit hoch in die Wohnung, das ist OK. Wir waren lange draußen und es war schön, durch den Wald zu laufen. Aber danach kam dann Lucy mit in die Wohnung. Frauchen und das Lucy-Frauchen haben am Computer gearbeitet. Sie haben auch gegessen. Aber ich hab mein Essen erst bekommen, als Lucy wieder weg war. Gut, dachte ich, das wars dann. Weg sind sie. Aber am nächsten Tag kamen sie wieder! Und dann hat dieses Lucy-Frauchen die Pfütze gesehen, die ich ins Wohnzimmer an die Balkontür gepieselt hatte. Irgendwann war mir danach, hier noch mal klar zu machen, dass das MEIN zuhause ist. Ich will nicht, dass das jemand vergisst. Frauchen war etwas verwirrt, als sie das gesehen hat, aber sie hat nicht geschimpft. Wir waren auf der Hundewiese spazieren und im Wald. Das war schön. Das mache ich auch gerne mit Besuch. Aber müssen die immer mitkommen in unsere Wohnung? Heute wollte ich dann nicht mehr, dass Lucy an meine Sachen geht, und hab ihr das auch gesagt. Irgendwann sind sie dann ja auch wieder gefahren und bis heute nicht wieder gekommen. Aber das war bestimmt nicht der letzte Besuch, glaub ich. Ich war danach ein bisschen knötterig mit Frauchen. Aber ihr ist das anscheinend egal. Das bringt jedenfalls nix, das knöttern. Besser ist, wenn ich ihr nicht von der Seite weiche, das macht sie schwach. Dann schmust sie mit mir.
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29.09.05 |
Seit ich den kranken Rücken hatte, hab ich ja einen neuen Ball. Igelball, nennt Frauchen den. Und damit macht sie immer was ganz tolles. Sie nimmt den Ball und rollt den auf mir rum. Das ist sooooo schön. Da halte ich ganz still und leg mich lang auf die Seite dass sie überall dran kommt. Dann roll ich mich auf den Rücken und sie macht das am Bauch. Uuuuuuuh ist das schudderig schön. Das mag ich gerne.
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Banjo
Banjoko - Bleib bei mir, wandere nicht mehr !
Aus der Sprache der Yoruba (Nigeria, Benin).