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Problem: Bellen Ein Kriterium bei der Anschaffung eines Hunde ist für mich: Er sollte nicht permanent bellen, weil wir immer zu Miete wohnen werden, mit mehreren Mietparteien im Haus. Wie man von Banjo sagen konnte “der bellt nur ab und zu Rüden an” ist mir völlig unverständlich, denn auch nachdem Banjo sich jetzt eingelebt hat, sein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wiedergefunden hat ist er er immer noch sehr bellfreudig. Situationen, in denen man nach seinem Verständnis bellen muss sind:
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1. es schellt |
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da darf er gerne mal bellen, aber er sollte auch wieder aufhören. Und das Aufhören ist sehr schwer. Da es bei mir selten schellt, versuche ich, mich damit zu arrangieren.
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2. Besuch kommt |
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Banjo kriegt sich dann kaum ein vor Freude und findet kein Ende. Meine Lösung widerspricht allen Regeln in Büchern oder den Lehren von Trainern: Wenn der Besuch sich zu ihm runterbeugt und ihn herzlich mit viel Durchknuddeln begrüßt, ist es am schnellsten zu Ende. Er schenkt dem Besuch dann ein Spielzeug und es ist gut.
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3. Leute im Haus/Aufzug |
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Banjo kam am 4.Januar 2005 zu mir. Mitte Februar hab ich mir bei einem Sturz auf Eis das rechte Handgelenk gebrochen. Der Bruch war kompliziert - Gips bis kurz unter das Schultergelenk. Ich konnte von da an meinen Hund nur noch mit der Linken Hand an der Leine halten, sonst nichts. Ablenken mit Leckerchen - dazu braucht man bei einem angeleinten Hund die zweite Hand, die stand mir nicht zur Verfügung. Nachdem Banjo nun gerade anfing, sich an sein neues Zuhause zu gewöhnen, musste er mit mir am 5. März 2005 umziehen (incl. Gipsarm). Als wir hier einzogen war er wieder völlig durch den Wind, Frauchen aufgrund der damaligen Umstände auch, wir waren beide mit den Nerven fertig. Und ich konnte meinen Hund nicht handeln, aufgrund des Gipsarmes. Mir wird heute noch schlecht, wenn ich dan diese Zeit zurückdenke. Ich hatte eine Sondergenehmigung, den Hund in der neuen Wohnung halten zu dürfen und große Angst, dass Banjo sich die Erlaubnis hier mit mir zu wohnen “zerbellt”. Indem er Leute anbellt, allgemein mit seiner Bellerei zu laut im Haus sein könnte, dass es Beschwerden geben könnte und man mich auffordern könne, den Hund wegzugeben. Banjo bellte zu Beginn alle Menschen an die wir im Haus trafen. Als wir hier im Haus einzogen, gehörte das ganze Haus uns und niemand sonst hatte hier etwas zu suchen, alles musste verjagt werden. In der Wohnung war er still, er störte niemand, aber sein Gebell im Treppenhaus, im Aufzug hallte durchs ganze Haus und ich konnte ihn nicht daran hindern, wegen dem Gips. Er erschreckte jeden, der uns begegnete, Leute fragten mich erschreckt, ob er bissig oder gefährlich sei. Es gab eine Situation, in der er am Ende der Leine, auf den Hinterbeinen vor einem Menschen stand und diesem ins Gesicht bellte. Ich wollte und brauchte ganz schnell einen Zustand, in dem die Leute keine Angst vor Banjo bekamen und keinen Grund fanden, sich zu beschweren. Jemand gab mir den Tip, ihm einen Nylonmaulkorb anzuziehen und das habe ich ausprobiert. Vom Verlassen der Wohnung für den Weg durchs Haus bis vor die Haustür hab ich ihm das Ding angezogen. Damit konnte er immer noch bellen, aber nicht mehr so laut. Vor dem Haus zog ich ihm das Ding wieder aus. Die Leute begannen zu fragen, warum er einen Maulkorb trägt. Sie sahen, dass sie nicht gebissen werden konnten und nahmen Kontakt zu Banjo auf, sprachen ihn an, streichelten ihn und dann kam “der ist doch ganz lieb” und “darfe als widder nit bellen?” und vor allem “hat der schon wieder dat Ding an? Ne Hunk muss doch ens bellen dürfen”. Die Situation kippte um in “der arme Hund mit dem fürcherlichen Frauchen”. So gewöhnten sich die Leute an ihn, begannen ihn zu mögen, freuten sich, wenn sie ihn sahen. Anfang April 2005 verschwand der Gips und Anfang Mai der Nylonmaulkorb. Wenn er jetzt bellte, lenkte ich ihn mit Leckerchen ab, denn ein kauender Hund bellt nicht. Es ging dann ganz schnell, dass er kapiert hatte “alle diese Leute dürfen hier sein” und niemanden mehr anbellte. Es sei denn er erschreckte sich. Erschrecken tat er sich noch lange, wenn plötzlich eine Wohnungstür aufging und jemand raus kam. Oder wenn die Aufzugtür aufging und dort stand ein Mensch. Die Leute stehen merkwürdigerweise direkt vor der Aufzugtür, fast ohne Abstand. Das war dann für ihn zu plötzlich zu dicht, vor allem wenn wir im Aufzu drin waren und raus wollten. Umgedreht konnte ich in ausreichendem Abstand vor dem Aufzug warten, bis die Tür aufging und Leute herauskamen. Alle diese Situationen haben wir mit Ablenkung oder sanftem Schnauzengriff und ruhigem Zureden entschäfen können. Seit ca. Herbst 2005 sind die Leute im Haus und der Aufzug kein Problem mehr. Wenn er heute im Haus bellt ist das eine freudige Begrüßung und die Leute freuen sich, dass er sie erkennt und zu ihnen will. Oft leine ich ihn dann ab und lass ihn hinlaufen.
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3. Menschen auf dem Bürgersteig |
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Wir leben in der Stadt. Das heißt, wir begegnen allem Möglichen auf Bürgersteigen auf engem Raum. Da ich meinen neuen Hund nicht kannte, nicht wusste ob er auch nach Händen schnappt, wie sein Vorgänger Batzi, nicht wusste wie er sich verhält all den Dingen gegenüber, die uns auf engem Raum begegnen hab ich ihn behandelt wie Batzi: Leine kurz, und ich immer zwischen meinem Hund und allem was an uns vorbei musste. Dann kam der Gipsarm und “Leine kurz” wurde zu einem wilden Rühren in der Luft um einhändig die Leine ums linke Handgelenk zu wickeln und den Hund an meine Seite zu bekommen. Das muss sich für einen Hund total bescheuert anfühlen. Ein Gewühle mit der Leine, das er unmöglich verstehen kann. Zumal er mich ja genau wo wenig einschätzen und beurteilen konnte, wie ich ihn. Er kannte mich ja auch nicht. Ich glaube, mein Hund hat das damals so verstanden: “Da kommt was, Frauchen macht was total bescheuertes mit mir, die hat Angst, ich bell mal vorsichtshalber.” Und so wurde alles, alles, alles was uns begegnete angebellt. Und ich musste damit leben, bis der Gips abkam, also bis April. Bis dahin hatte er dann zusätzlich noch rausgefunden, dass man zur Abschreckung auch noch ein bisschen in die Leine springen und auf die Hinterbeine steigen konnte. Gott sei Dank fand ich dann - als der Gips ab war - schnell raus, dass er sofort “runterkühlte” wenn er saß. So haben wir uns dann “sitzend” fortbewegt. Immer wenn was kam “sitz” und Lecker und loben. Wenn es schwer fiel, auch mal sanfter Schnauzengriff und ruhig mit ihm reden. Heute müssen wir nicht mer “sitzen” aber ich muss mich immer noch auf ihn konzentrieren und ihn beruhigend ansprechen, wenn er die Ohren spitzt. Wenn ich das mangels Konzentration “verpenne”, werden immer noch Leute angebellt. Die Regel nach der er beurteilt, wer angebellt werden muss und wer nicht, hab ich aber bis heute nicht rausgefunden. Das liest sich, als sei das ganz einfach gewesen, aber ich habe mich oft bei Leuten entschuldigen müssen, weil mein Hund sie zu Tode erschreckt hat. Das war eine ganze Weile lang überhaupt nicht lustig. Vor allem, wenn wenig Platz zum Ausweichen war. Oft war es auch schwer zu erkennen, was er tun würde. Er lief völlig entspannt neben mir um dann im letzten Moment den Menschen doch noch mal von der Seite anzumachen, wenn ich schon dachte, alles sei OK. Aus diesem Problem resultierend, entstand bei uns eine Spazierregel für die es fast keine Ausnahmen gibt: Banjo muss zu mir kommen wenn uns was begegnet. Egal wo wir sind, auch wenn er frei läuft, wenn aus irgend einer Richtung was kommt, muss mein Hund zu mir kommen und bei mir bleiben, bis ich ihn entlasse. Zu Beginn musste er immer sitzend warten, inzwischen auch neben mir laufend. Es sei denn wir sind mit einem Hunderudel unterwegs. Da entscheide ich das von Fall zu Fall. Zum Teil klappt es dann auch mit dem Gehorsam nicht so gut, weil die Ablenkung zu groß ist. Inzwichen hat er begriffen, dass das nichts damit zu tun hat, dass Frauchen Angst hat. Wenn er sieht “da kommt was” schaut er sich manchmal schon um und fragt “muss ich kommen?” Ja, er muss kommen.
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Banjo
Banjoko - Bleib bei mir, wandere nicht mehr !
Aus der Sprache der Yoruba (Nigeria, Benin).