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Bandscheibenvorfall |
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07.09.05 |
Es war um Mitternacht. Ich wollte schlafen gehen, aber Banjo bringt mir noch einen Ball zum Spielen. Wie immer werf ich ihm den Ball zu. Er will ihn schnappen, reckt sich auch danach und sackt mit einem lauten Schrei auf dem Boden zusammen. Er versucht fiepend und weinend aufzustehen, kann aber nicht. Dann bleibt er mit lahmem Hinterteil und vollig verkreuzten Hinterbeinen liegen. Ich war nicht in der Lage, klar zu denken, vor lauter Angst und hab telefonisch Hundenachbarn aus dem Bett geschellt. Während wir telefonieren, steht Banjo auf, kann sich auf den Beinen und den Po oben halten und schleicht in seinen einzigen wirklichen Zufluchtsort in der Wohnung: Das Bad. Daraufhin hab ich beschlossen, nicht in die Klinik oder zum Notarzt zu gehen, sondern zu warten bis zum nächsten Morgen und zu unser Tierärztin zu gehen. Statt dessen hab ich ihn angezogen und wir sind ganz langsam eine Weile draußen rum gelaufen. Das ging sehr gut, dafür dass er vor ein paar Minuten noch völlig lahm war. Die Nacht war dann verhältnismäßig ruhig. Er hat oft den Schlafplatz gewechselt und ich wurde natürlich jedesmal wach. Aber egal. Hauptsache, mein Hund kann aufstehen und sich bewegen
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08.09.05 |
Wir sind zufuß zum Bus gegangen. Ich wollte wissen, ob er Kacka machen kann (er kann). Darum hab ich alle Angebote mich zum TA zu fahren ausgeschlagen. Ich hab ihn unterwegs immer wieder tragen müssen, weil es zu anstrengend wurde. Aber wir haben das geschafft.
Diagnose: Verdacht auf Bandscheibenvorfall Behandlung:
In einer Woche sollen wir wiederkommen. Wenn es nicht besser geworden ist, muss geröngt werden, um genauer zu schauen, was dort passiert ist und in welchem Segment. Auf dem Heimweg sind wir noch kurz bei Tom’s Leuten rein um dort Bescheid zu sagen, was los ist. Als wir nach Hause kamen waren wir insgesamt ca. 4 Stunden unterwegs. Banjo war kaputt und schlief. Ich hatte dann für ca. 1,5 Stunden Besuch. Danach bin ich vor Müdigkeit auch fast umgekippt und hab auch ca. 1 Stunde geschlafen. Als wir dann aufstehen wollten, hatte Banjo 5 Stunden gelegen und geschlafen. Er hatte auch seine Position nicht verändert in der Zeit. Nun konnte er alleine nicht aufstehen. Ich musste ihm helfen. Er hatte Schmerzen und ich hab ihm zur Vorsicht die Nylonmanschette ums Maul gemacht, denn er hatte Angst und knurrte. Da er mich nicht beißen konnte, habe ich beherzt zugreifen können, und ihn auf die Beine gestellt. Dann war es gut. Er konnte stehen bleiben. Wir sind langsam raus, pieseln. Er war viel schlechter dran als am Vormittag. Konnte sich kaum auf den Hinterbeinen halten, musste alle paar Schritte stehen bleiben und ich musste ihn stützen. Er war ein Bild des Jammers. Das ging dann so, bis wir schlafen gehen mussten. Ich hatte mir schon vorgenommen, ihn mehrmals in der Nacht auf die Beine zu stellen, damit er nicht wieder so steif und lahm wird. Aber da stand er plötzlich alleine auf und ging an seinem Napf Wasser trinken. Von da an, stand er wieder ständig auf und wechselte alleine den Schlafplatz. Ich musste nicht aufstehen. Zwar bin ich ständig wach geworden, wenn er aufstand, aber ich musste nicht hoch, um ihn mobil zu halten. Er war mobil
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09.09.05 |
Ich habe wunderbare Tipps in meinem HNW-Forum bekommen, wie ich ihn unterstützen kann, die Beine wieder zu stärken und zu benutzen, und die Motorik zu fördern. Kleine Übungen, die ihm helfen, sich auszuballancieren. Oder kleine Griffe, die die Reflexoren beleben und Banjo das Gefühl für seine Hinterbeine zurückzugeben. Ich bin meinen Foris unendlich dankbar, für die Unterstützung und die wertvollen Tipps. So lasse ich ihn kleine Kreise rechts- und linksrum laufen für ein Leckerchen. Ich stelle ihn gerade auf die Hinterbeine und hebe die einzelnen Füße kurz an. Ich lasse ihn während ich auf dem Boden sitze über meine Beine und um mich herumlaufen für ein Leckerchen oder für den Ball, mit dem er unbedingt spielen will. All das hilft ihm, sich auszuballancieren. Denn geradeaus zu laufen ist kein Problem, da bemerkt man nicht, dass er krank ist. Aber eine kleine Kurve lässt ihn fast umfallen. Pieseln ist sehr anstrengend, denn er fällt fasst um dabei. Erst wenn der Druck auf die Blase zu groß wird, hockt er sich hin und pieselt wie eine Hündin. Kacka machen, das Hinhocken, ist sehr schwer. Er sitzt dabei fast auf dem Boden und ist anschließend entsprechen verschmiert. Aber Hauptsache es geht. Trinken ist schwer, denn er muss den Kopf runtersenken und ich hab ihn im Hinterleib stützen müssen.
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10.09.05 |
All diese Probleme waren im Laufe des Samstag schon Schnee von gestern. Er hat schon wieder Kraft in den Beinen und stemmt sich dagegen, wenn ich die Füße anheben will. Rechtskurven sind schon fast problemlos. Pieseln geht 3-beinig, auch wenn der Bauch und die Vorderbeine eingepieselt werden - wen stört das schon. Auch das Kacka hat wieder mehr Platz zum Fallen. Trinken und Fressen geht wieder wie immer.
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11.09.05 |
Heute morgen konnte er zum ersten Mal wieder mit den Hinterbeinen scharren, nachdem er ein Kacka gemacht hat. Uijuijui! :-)) Es geht aufwärts. Der Rücken ist immer noch gekrümmt wenn er steht. Daran arbeiten wir jetzt mit Massage, sofern er mich lässt. Denn er ist ungeduldig und will spielen, sobald ich vom Stuhl aufstehe. Aber hin und wieder finde ich doch eine Gelegenheit. Es sieht so aus, als hätten wir wahnsinniges Glück gehabt. Es ist nicht die schlimmste Version eines Bandscheibenvorfalls. Wir sind dem Hundegott sehr dankbar dafür.
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15.09.05 |
Wir waren wieder zur Kontrolle bei der TA. Sie war sehr zufrieden mit den Reflexen, obwohl der Hautreflex an der WS immer noch sagt “da ist was”. Abe die Füße funktionieren wieder einwandfrei. Obwohl er immer noch mit den Krallen über den Boden schleift. Das scheint Tagesverfassung zu sein. Denn es ist unterschiedlich. Wir waren beide der Meinung dass er noch mal eine Spritze Kortison bekommen sollte. Damit ganz sicher alle Schwellungen weg gehen. Alle waren froh, dass es ihm wieder so gut geht.
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18.09.05 |
Letzter Tag der Schonung. Morgen früh gehen wir wieder auf die Hundewiese. Ich motivier ihn nicht zum Blödsinn machen. Auch schnappen lasse ich ihn noch nicht. Aber was er freiwillig tun will, darf er tun. Er hat wieder völlig normales Gangbild. Mir fällt nicht mehr auf, dass die Füße versagen, oder dass er schwankt. Nun hoffe ich, dass das nicht wieder passiert.
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22.09.05 |
Der erste Spaziergang im Wald war toll. Banjo ist gerast und hat es genossen. Er blieb beim Pieseln zurück und kam dann wie der Blitz hinter mir her, an mir vorbei und voraus. Es tat gut, ihn wieder so laufen zu sehen. Nach einer Weile begann er aber das linke Bein zu schonen. Er hatte sich nichts zwischen die Zehen getreten, lief aber 3-beinig. Da hab ich ihn wieder angeleint und wir sind nach Hause gegangen. Seit dem verlass ich mich drauf, dass ich merken werde, wenn es zu viel wird. Inzwischen springt er auch wieder die Bachufer hinauf. Leckerchen lass ich ihn noch nicht schnappen. Auch keine Bälle. Aber sonst sieht es so aus, als wär alles wieder in Ordnung.
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01.10.05 |
Eigentlich geht es ihm wieder gut. Er kann wieder rasen, schneller als mir manchmal lieb ist. Aber wenn er langsam unterwegs ist, seh ich noch den kleinen Bogen im Rücken. Die Stelle ist warm. Und er läuft neuerdings im Passgang, was u.a. eine Art Schongang sein kann, wenn Hunde was an der WS haben. Ich glaube, dass die altersbedingten Zipperlein einsetzen, und ich ein bisschen drauf achten muss, dass mein Grauling nicht übertreibt mit dem Rasen und Springen und Toben.
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Banjo
Banjoko - Bleib bei mir, wandere nicht mehr !
Aus der Sprache der Yoruba (Nigeria, Benin).